Allgemein · Herzgeschichten

Als ich vom Mäuerchen fiel

„You’re braver than you believe and stronger than you seem and smarter than you think.“ – Winnie the Pooh

 

Ein weiterer Aspekt, der mir bei diesem Ereignis besonders vor Augen geführt worden ist, dass eine scheinbar kleine Sache aufgrund meiner Medikamente und Vorgeschichte ganz schnell mehr werden kann. Das soll jetzt kein Schockbeitrag werden, nach dem man wegen jedem Kratzer Panik bekommt und in die Notaufnahme läuft. 😉 Aber auch solche Geschichten gehören eben zu meinem Leben dazu! 😛 Außerdem möchte ich zeigen, dass man manchmal einfach auf seinen Körper hören und auf diesen achten sollte. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gesundheit etwas tolles ist. Dafür müssen manche wenig tun und manche müssen hart darum kämpfen. Jedoch sollte es bei uns allen gleich sein, Gesundheit ist nichts Selbstverständliches, man kann sie nicht kaufen und wir müssen gut darauf aufpassen. Auch ich vergesse das allzu gerne… 🙂

Aber nun zu der eigentlichen Geschichte:

In diesem Fall wurde ein kleiner Spaziergang zwischen der Lernerei für die Uni ein längerer Krankenhausaufenthalt, zwei Monate Krücken, keine Hosen und viel Bettruhe. C. und ich wollten einfach ein bisschen den Kopf frei bekommen, die Beine vertreten und am Wasser entlang laufen. Da ist natürlich wieder das innere Kleinkind mit mir durchgegangen! 😀 Ich habe ein kleines Mäuerchen gesehen und auch C. hat mich direkt darauf hingewiesen – er kennt mich wirklich zu gut!! 😀 Dann musste ich natürlich direkt hoch, darauf herum balancieren, Faxen machen. Und was dann kam, können sich nun vielleicht schon ein paar von euch denken…ich bin ausgerutscht….und mit meinem rechten Oberschenkel außen gegen die Kante des Mäuerchens gefallen. Dank meiner besonders ausgeprägten tollpatschigen Fähigkeiten geschah dies natürlich mit voller Wucht und ich habe es noch nicht einmal geschafft mich irgendwo abzubremsen und auch C. konnte mich nicht auffangen. Mal angesehen davon, dass ich nun auch keine zarte fünf Jahre mehr alt bin, ging das Ganze einfach so schnell, dass man nicht so schnell reagieren konnte.

Ja, dann hing ich da. Es hat weh getan und zwar nicht zu wenig, aber zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht. Ich hatte eine lange Hose an und es war nicht direkt unglaublich geschwollen, kein Blut, also dachte ich mir „Alles gut, das wird schon wieder“. C. war da nicht ganz so optimistisch und hat darauf bestanden, dass er wenigstens das Auto holen fährt um mich damit dann den Berg rauf und nach Hause zu fahren. Dank der dezenten Schmerzen konnte ich dazu nun wirklich nicht nein sagen! 😉

Zuhause angekommen, habe ich das Bein erst einmal hochgelegt und brav gekühlt, mir aber in dem Moment nicht viel dabei gedacht, weil es auch zuerst wirklich nicht so schlimm ausgesehen hat.

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Rechter Oberschenkel, noch zu Hause, brav am Kühlen 😉

Als wir dann gemütlich auf dem Sofa gesessen, zu Abend gegessen und Fern geschaut haben, wurden die Schmerzen immer schlimmer und C. hat angefangen sich Sorgen zu machen und letztendlich sind wir dann ins Krankenhaus in die Notaufnahme gefahren (Es war natürlich Wochenende…was sonst!).

Dort angekommen, ist das Bein immer weiter angeschwollen und der blaue Fleck wurde immer größer. Ich wurde geröntgt und es kamen immer mehr Krankenschwestern in meinen Raum und haben sich mein Bein erstaunt angeschaut. Von der Oberschwester wurde der blaue Fleck zuerst liebevoll „Passionsfrucht“, dann“Mango“ und am Ende „Melone“ genannt. Und da war es noch nicht einmal zu seiner vollen Größe angeschwollen! 😀

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Da war es die süße Mango von der Seite

Das Problem war, dass ich mir beim Sturz eine innere Verletzung zugezogen habe und diese durch das ASS100, was ich aufgrund meines Herzfehlers nehme (ein sehr leichter Blutverdünner, auf Aspirinbasis), extrem eingeblutet hat. Dadurch, dass mein Bein immer mehr angeschwollen ist, bestand die Gefahr eines „Kompartmentsyndroms“. Das bedeutet, dass der Muskel von dem inneren Bluterguss eingequetscht wird und im schlimmsten Fall absterben kann. Klasse, das waren doch mal tolle Nachrichten. 😀 Normalerweise wird dann die Stelle am Bein aufgeschnitten, damit der Muskel wieder genug Platz hat. Normalerweise geht aber nicht bei mir! 😀

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Die Mango von oben 😉

Aufgrund meines Herzfehlers haben sich die Ärzte dort nicht getraut, mich einfach aufzuschneiden und wollten das Ganze lieber unter Beobachtung auf Station lassen und nur im allergrößten Notfall aufschneiden. ( Im Endeffekt bin ich wirklich froh, dass ich um eine Operation herum gekommen bin.) Gesagt, getan und ich lag auf Station. Es wurde ein Kreis um meinen Bluterguss gemalt und der Umfang meines Beines in regelmäßigen Abständen gemessen (natürlich auch nachts), um zu schauen ob und wie sehr das Bein noch anschwillt. Im Endeffekt hatte mein rechter Oberschenkel einen Umfang von weit über 60 cm, was bei meiner Statur und Größe wirklich…sagen wir mal massiv…war! 😉

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Ich sah richtig gut aus in der Zeit im Krankenhaus… 😉

Ich hatte wirklich Glück, denn mein Bein ist nicht mehr so weit angeschwollen und hat nicht mehr so extrem eingeblutet, dass ich operiert werden musste. Also konnte ich nach langem hin und her, einmal nach Hause und dann nochmal für ein paar Tage zurück ins Krankenhaus, endlich von C. abgeholt werden. ❤

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Schwimmbad mit Krücken! 🙂

Ich konnte nur lange Kleider tragen. Welch ein Glück, dass die im Moment so modern sind!! 😛 Selbst in die Jogginghosen von C. habe ich nicht mal ansatzweise gepasst! 😀 Und nach gefühlten Stunden, die ich gebraucht habe um unsere damals im zweiten Stock gelegene Wohnung zu erreichen, lag ich dann endlich zu Hause auf dem Sofa. Am Anfang war es wirklich super schwer, sich mit den Krücken zu bewegen, vor allem da jede Bewegung höllisch weh getan hat, aber wir haben trotzdem versucht den Sommer so gut es ging zu genießen! Zum Beispiel sind wir in ein Naturschwimmbad in unserer Nähe gefahren, wo ich den kleinen Treppenwasserfall als natürliches Kühlakku zweckentfremdet habe und die Sonne richtig genießen konnte. 🙂

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So sah es eine Woche nach der ambulanten OP aus.

 

Nachdem wir dann Richtung Frankfurt gezogen sind, wurde ich an dem Bein noch einmal ambulant operiert, da sich der Bluterguss abgekapselt hatte und eine dicke, schmerzende Beule zurückgeblieben ist. Mittlerweile ist nur noch eine leichte Wölbung nach innen, eine kleine Narbe und auch noch ein leichter blauer Fleck übrig geblieben. Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Thema abschließen und heute auch darüber lachen kann! Manchmal ärgere ich mich zwar, dass das natürlich nur so extrem ausgeartet ist, weil ich den leichten Blutverdünner nehme, aber es hätte auch viel schlimmer sein können. Es war nichts gebrochen und ich kam um eine Operation drum herum, das ist die Hauptsache. 😉

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Nie das Lachen verlieren! 🙂

 

 

 

 

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