Allgemein · Herzgeschichten

Half heart doubled – Die Liebe

„Love is putting someone else’s need before yours.“ – Olaf, Frozen

Mit einem halben Herzen lieben. Es klingt so einfach und kann manchmal doch so schwer sein.

Jemanden lieben bedeutet im besten Falle, sich voll und ganz hinzugeben, bedingungslos zu vertrauen und loslassen zu können. Was so schön klingt, kann auch sehr schwer sein.

Oft habe ich schon gehört, dass Herzkranke oder allgemein chronisch Kranke Probleme mit nicht kranken Partnern haben. Kein oder zu wenig Verständnis für Dinge, die dir nicht so leicht fallen, wie anderen und kein Interesse an deiner Krankheit sind Dinge, die ich in einer ernsten Beziehung wirklich nicht akzeptieren könnte.

Schwäche zu zeigen und zu vertrauen fällt mir nicht leicht. Ich möchte immer als starke, selbstbewusste Frau wahrgenommen werden, auf keinen Fall Schwäche zeigen. Selbst bei jahrelangen Freunden, meiner Familie und auch bei C. sträube ich mich oft noch zu zeigen, was wirklich in mir vorgeht, was mich manchmal wirklich bewegt.
Besonders wenn man jemanden neu kennenlernt möchte man nicht direkt als die schwache Herzkranke wahrgenommen werden. Genauso verhält es sich damit Vertrauen zu fassen – es ist alles andere als leicht. In einer ernsten Beziehung teilt man seine Träume und Wünsche, aber auch seine Ängste und Sorgen. Hier behaupte ich, dass ich als chronisch Kranke manchmal andere Ängste und Sorgen habe, als andere junge Frauen in meinem Alter.

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Hier hielt er einen ganzen Tag meine Hand, während ich, noch betäubt von Schmerzmitteln, schlief. (Wir waren hier gerade mal ein knappes halbes Jahr zusammen) ❤

C. hat mich in all diesen Dingen überrascht. Noch bevor wir uns wirklich kannten, war er Experte was meinen Herzfehler anging. Informierte sich, fragte nach und gab mir einfach das Gefühl wichtig zu sein. Er gab mir nie das Gefühl, dass ich schwächer bin als er, dass er mir aufgrund meines Herzfehlers etwas nicht zutraut, wir waren von Anfang an auf Augenhöhe und das in allen Belangen.
Er ist ein wahrer Meister darin, mich jeden Tag in kleinen und großen Belangen zu unterstützen ohne dass ich es als Schwäche meinerseits einordnen könnte.
Auch hier kann ich meiner Krankheit wieder nur dankbar sein. Anstatt, dass man in unserem Alter erst einmal Jahre ohne gesundheitliche Probleme und diverse Hürden zusammen genießt, ist C. mir von Anfang an nicht von der Seite gewichen. Hat seine Diplomarbeit bei mir im Krankenhaus geschrieben, mir die Hand gehalten, wenn mir vor Schmerzen die Tränen gelaufen sind und mir mit seiner Gabe mich in jeder Situation zum Lächeln zu bringen selbst die schmerzhaftesten Momente versüßt! 🙂
Dank meiner Krankheit weiß ich, dass ich mich auf C. verlassen kann, egal was kommt.
Ich bin unendlich dankbar ihn im meinem Leben zu haben und ihn meinen Liebsten nennen zu dürfen. ❤

Ich wünsche jedem chronisch Kranken oder Gesunden einen Mensch an seiner Seite, der das schafft.

In Liebe,
Elli ❤

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8 Kommentare zu „Half heart doubled – Die Liebe

    1. 😊
      Das stimmt natürlich. Es wäre auch traurig, wenn man sich(ich mich) nur durch die Krankheit definieren würde. Aber ich finde wirklich, dass sowas einen sehr zusammenschweißt und direkt die Beziehung auf eine andere Ebenda bringt. 🙂

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      1. Absolut. Eigentlich sollte das ein Kompliment an dich sein 😁 denn wenn man nur die Krankheit anguckt, ist das für die meisten Menschen wohl eher ein Grund sich nicht darauf einzulassen. Nachvollziehbar. „Hallo, ich habe Depression“ ist nicht sehr einladend. So ähnlich wie auch bei dir. Aber nebst dem, so nehme ich das an und glaube das aus deinen Texten herauszulesen, bist du ein liebenswerter Mensch. 😊
        Und du bist eine solche Beziehung wert 😊😊
        Ohje. Jetzt hab ich ganz wenig Mal wieder in ganz viel gesagt 🙈

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  1. Das ist wirklich schön zu lesen und freut mich für Dich. Und ich gebe elefantenblau absolut recht ❤ .
    Es macht mich traurig, weil ich sowas nicht habe. Aber gleichzeitig weckt es Hoffnung, dass solche Beziehungen möglich sind. Vielleicht weist mir meine ehnsucht irgendwann einen Weg dorthin. Danke für diesen Beitrag.

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      1. Oh, dann müsste ich ja längst glücklich lieert sein. 🙂 Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen resigniert was die Männer betrifft und erwarte eher nichts.

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        1. Das war bei mir auch so. Denke, dass ich zu Beginn dann auch viel blockiert habe. Das ist wahrscheinlich nach einer Weile das Problem denke ich, dass man resigniert hat, nicht mehr so schnell wen an sich ranlassen will usw.
          Auf der anderen Seite finde ich aber auch, dass man sich auch nicht damit abfinden muss single zu sein, wenn man das nicht möchte. Ich habe meinen Liebsten zB auf so einem online Portal kennengelernt (so seltsam das klingt! 😀 ). Und da war ich (shame on me) nicht auf der Suche nach einer festen Beziehung, aber es zeigt ja, dass sowas dort durchaus entstehen kann….wenn du weißt was ich damit sagen will… 😉

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