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Als die Sonne im Meer verschwand – Susan Abulhawa

Allgemeines:
Titel: Als die Sonne im Meer verschwand
Autor: Susan Abulhawa
ISBN: 978-3-453-29170-6
Preis: 19,99 € [D]  20,60 € [A]  26,90 CHF
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Diana
Gelesen vom 24.05.2017 bis zum 31.05.2017

Als die Sonne im Meer verschwand von Susan Abulhawa
Random House

Inhalt:
Nur ist in Amerika aufgewachsen und kennt ihre Heimat Palästina ausschließlich aus den Erzählungen ihres Großvaters. Als dieser stirbt und sie von einer Pflegefamilie in die nächste geschoben wird, verliert sie diese Heimat aus den Augen. Erst als sie Jamal, einen Arzt der in Gaza arbeitet, kennenlernt und er sie dorthin einlädt, lernt sie ihre Wurzeln kennen. Zum ersten Mal erlebt Nur, was es bedeutet eine Familie, ein Zuhause zu haben und durchlebt an der Seite ihrer Familie eine neue Kultur. Hier muss sie herausfinden, wohin sie gehört und was Liebe für sie eigentlich bedeutet.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eine mit Emotionen geladene Geschichte über den Zusammenhalt Palästinischer Frauen, die in Gaza leben, einen Schicksalsschlag nach dem anderen erleben und sich durch ihren Glauben und Vertrauen in Allah immer wieder aufrichten und lernen wahrhaftig zu leben.
Die Geschichte spielt sowohl in Gaza, als auch teilweise in Amerika, wo Nur aufwächst. Hier erlebt man die Geschichte aus der Perspektive verschiedener Personen und über mehrere Generationen hinweg.
Da man die Familie über Generationen hinweg begleitet, bekommt man einen sehr genaues Bild ihrer Geschichte, ihres Leidens und der Art und Weise wie sie mit den vielen Hindernissen und Rückschlägen in ihrem Leben umgehen.
Allgegenwärtig ist hier der muslimische Glaube und somit das Gottvertrauen in Allah, was ihnen immer wieder hilft das Schrecklichste hinter sich zu lassen und weiterzumachen, zu leben.
Diese Stärke des Buches ist zugleich auch eine seiner Schwächen. Da man diese Familie über einen enorm langen Zeitraum begleitet, hatte ich besonders zu Beginn der ersten Generationen das Gefühl nur darüber hinwegzuschweben, anstatt mittendrin zu sein. Wenn in einer so kurzen Zeit eine solche Lebensspanne erzählt wird, verpasst man grundsätzlich etwas und hat somit nicht das Gefühl ein Teil dieser Geschichte zu sein. Dies jedoch hat sich zum Ende hin verändert und gerade in Nurs Generation habe ich mich unglaublich wohl und heimisch gefühlt, habe jeden Schritt gerne verfolgt und Ereignissen entgegengefiebert.
Der Zusammenhalt innerhalb der Familien und im Besonderen der Zusammenhalt der Frauen und das besondere Gefühl von Familie was dieses Buch vermittelt ist unglaublich schön zu lesen.
Obwohl das Buch besonders auch von vielem Grausamen erzählt und die Ereignisse um Gaza nicht außen vor lässt, das Leid, diese unglaubliche Ungerechtigkeit und Grausamkeit teilweise kaum auszuhalten ist und ich oft schlucken und eine Pause einlegen musste, ist es doch das Positive was hervorsticht. Die Frauen der Familie sind fast mit einer Art Leichtigkeit um diese Probleme und Schicksalsschläge herumgetanzt und haben es geschafft sich immer wieder gegenseitig aufzumuntern und das Schöne zu sehen.

Fazit:
Ein Buch, welches „Als die Sonne im Meer verschwand“ ähnlich ist, habe ich zuvor noch nicht gelesen und war gefangen im Strom der verschiedensten, aber immer stark empfundenen Emotionen, die Susan Abulhawa hier vermittelt. Es ist nicht nur für all jene, die sich einen Einblick in das Geschehen um Gaza herum verschaffen wollen eine tolle Lektüre, sondern auch für jeden, der echten Zusammenhalt und Liebe innerhalb einer Familie spüren möchte.
Insgesamt vergebe ich hier 4 von 5 Herzen! 🙂
4-herz

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Ein Kommentar zu „Als die Sonne im Meer verschwand – Susan Abulhawa

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