Allgemein · Herzgeschichten

Den Wind aus den Segeln nehmen

„Even miracles take a little time.“ – Godmother Fairy

Als ich vor kurzem noch einmal über dieses Zitat aus dem Disneyfilm „Cinderella“ gestoßen bin, musste ich an eine Unterhaltung denken, die ich mit C und auch mit meiner besten Freundin hatte.

Dieses Semester habe ich beschlossen, mein Studium quasi um ein Semester zu verlängern und mir ein volles Prüfungssemester einzuräumen und mein Examen nicht zwischen anderen noch zu belegenden Veranstaltungen und Prüfungen zu absolvieren. Außerdem habe ich beschlossen nicht mehr so viel neben der Uni arbeiten zu gehen und habe somit ein bisschen die Bremse gezogen. Das alles habe ich natürlich nicht ohne Hintergedanken gemacht. Nach mehreren Semestern, in denen ich versucht habe alles möglichst schnell und ganz nach „Elli-Manier“ SOFORT zu erledigen und es mir sowohl körperlich als auch mental gar nicht so gut ging, bin ich endlich an dem Punkt mir eine kleine „Pause“ einzugestehen.
Das hat mich alles unendlich viel Überwindung gekostet. Ich habe den Anspruch an mich selbst mein Studium schnellstmöglich zu beenden, endlich komplett selbstständig zu werden und habe darüber ein bisschen mich selber und vor allem mein Herz vergessen.
Der eigentliche Warnschuss hat mir mein Körper vor gut einem Jahr gegeben, als dieser vor lauter Stress eine Urtikaria (Nesselsucht) entwickelt hat, ich damit ins Krankenhaus musste, und für eine kurze Zeit meine Ernährung umstellen musste. Das alles hat mich zuerst nur noch mehr gestresst, ich wollte weiter machen, keine Pause, nebenbei noch so viel arbeiten wie möglich und mir dadurch öfter was leisten können. Ich war unglaublich schlecht gelaunt, nichts war mir gut genug, ich habe mich schnell mit C in die Haare gekriegt und war einfach total unzufrieden. C hat immer wieder auf mich eingeredet, dass es nicht schlimm wäre, wenn ich einfach mal ein bisschen weniger mache, ein Semester mehr oder weniger ist doch egal. Das hat mich so aufgeregt, so habe ich das nicht geplant.
Er hat einfach nicht aufgehört mir das immer wieder vor Augen zu halten und nach und nach habe ich es auch eingesehen.
Was bringt es mir, mein Studium völlig gestresst zu beenden?
Was ist, wenn es mir danach gesundheitlich nicht mehr so gut geht und ich nicht so weiter machen kann wie ich das möchte?

Also habe ich in der Schule angerufen, gesagt, dass ich im Moment zu viel zu tun habe und es nicht schaffe noch nebenbei Vertretungsunterricht zu geben und habe meinen Uniplan umgeschmissen.
Mittlerweile habe ich zwei Tage Präsenz an der Uni, einmal die Woche habe ich meist mein Babysitterkind hier und die restlichen Tage kann ich zu Hause Unikram Vor- und Nachbereiten. Natürlich merke ich es finanziell, dass ich nicht mehr großartig nebenbei arbeite, aber auf der anderen Seite habe ich dadurch im Moment den Luxus einfach mal zu sagen, heute mache ich mal nichts, fahre ins Schwimmbad, verbringe Zeit mit Freunden, lese oder setze mich an meine Nähmaschine.

Als wir bei der Hitze letzte Woche im Schwimmbad lagen und ein bisschen gequatscht haben, ist mir dann aufgefallen, wie gut es mir im Moment geht. Ich bin viel besser gelaunt, für meine Verhältnisse relativ entspannt, was meine anstehende große Matheklausur angeht und ich mache im Moment ein bisschen mehr Sport. Ich bin einfach ein Stückchen glücklicher.
Das macht sich natürlich auch direkt gesundheitlich bemerkbar, meinem Herz geht es super (erst durch meine halbjährliche Kontrolle letztens bestätigt 😉 ) und ich bin auch schon lange nicht mehr richtig krank gewesen.

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🙂
Manchmal muss man sich eben ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen und sich eingestehen, dass auch die Wünsche, Träume und Ziele die man sich gesetzt hat, ein bisschen Zeit brauchen um verwirklicht zu werden. Dies sollte auch nicht unbedingt in der „Hauruck-Weise“ passieren. Man sollte sich selbst dabei nicht vergessen!

Denn am Ende stellt man fest, dass man viel glücklicher und gesünder ist. Und das ist es doch wahrhaftig wert, oder?! 🙂

Auf bald,

Elli ❤

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