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„Früher war alles besser!“

Wer kennt das nicht, wenn ältere Verwandte, zum Beispiel Omas und Opas, diesen einen Spruch immer wieder sagen.

Genau so ging es uns, als wir auf unserem Kurzurlaub die Großeltern meines Verlobten besuchten. Meist sitzen wir mindestens einen Abend gemütlich zusammen und sprechen im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. Zu fortschreitender Stunde werden die Themen und die Gespräche immer hitziger und irgendwann fällt der altbekannte Spruch „Früher war alles besser!“. Es werden sich Vorwürfe darüber gemacht, dass wir als Enkelkinder in einer schrecklichen Welt leben und wir werden gefragt, wie wir überhaupt positiv in die Zukunft schauen können?

Ich nenne das hier jetzt einfach mal „Nostalgie-Irrtum“. Hier meinen wir zu wissen, wie toll unsere Vergangenheit war und sind unglücklich über das, was die heutige Generation macht oder was aktuell in der Welt geschieht. Dabei steckt dahinter eigentlich nur ein psychologischer Mechanismus, der uns hauptsächlich an die positiven Erinnerungen denken lässt.
(Hier hat der Spiegel auch einen schönen Artikel zu geschrieben.)

Ohne Frage gibt es in unserer Welt schreckliche Dinge die passieren, Katastrophen die die Ärmsten treffen und Ungerechtigkeiten, die die Unschuldigsten treffen. Hierbei ist es egal, ob diese weit weg in einem anderen Land oder auf einem anderen Kontinent, im eigenen Land oder sogar in der eigenen Umgebung stattfinden, die Tatsache, dass es schreckliche Dinge sind vergeht nicht.

Aber ist es nicht auch eine Art der Einstellung wie man damit umgeht?

Meiner Meinung nach gibt es zweit Möglichkeiten damit umzugehen.

Die erste ist die, sich von all diesen Dingen soweit beeinflussen zu lassen, dass man in seinem alltäglichen Leben nicht mehr glücklich wird. Man sieht nur noch die schlimmen Sachen die passieren, Angst ist allgegenwärtig und man stellt alles und jeden in Frage. Irgendwann kann es sein, dass die Unsicherheit und die Ängste überwiegen und man kein normales, schönes Leben mehr führen kann, da alles von diesen negativen Gefühlen dominiert wird.

Die zweite Möglichkeit, in der ich mich auch wiederfinde ist die, sich nicht unterkriegen zu lassen. So doof das vielleicht auch klingt, aber vielleicht kann man sich auch vor Augen führen, was es Schönes und Positives im Leben geht. Für mich ist es keine Option sich vom Negativen übermannen zu lassen. Das schließt natürlich nicht aus, dass man auch mal Angst hat, dass es traurig ist was in der Welt passiert und sich Sorgen um gewisse Dinge macht.

Auch die Angst vor dem Terror war eine Sache, die Cs Großeltern besonders beschäftigt und auch in den Medien allgegenwärtig ist. Natürlich ist es grausam, dass Fanatiker Unschuldige umbringen und vor Nichts und Niemandem Halt machen, aber in Panik zu geraten ist meiner Meinung nach genau die falsche Antwort. Rational betrachtet sind alltägliche Dinge, wie der Weg zur Arbeit oder das Schwimmen in nicht bewachten Gewässern statistisch gesehen risikoreicher, was wir auch ohne zu überlegen in Kauf nehmen.

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Auch die allgemeinen Lebensumstände widersprechen einer pessimistischen Haltung.
Ganz nüchtern und pragmatisch gesagt habe ich zum Beispiel das Glück in einer Generation aufzuwachsen, die als erste seit vielen nicht mit einem Weltkrieg konfrontiert ist. Besonders hier in Deutschland müssen wir keine Angst mehr haben unsere Religion auszuleben, wir können lieben wen wir möchten und Krankheiten, die vor 20 Jahren noch unheilbar waren können heute behandelt oder sogar geheilt werden. (Wie zum Beispiel auch in meinem Fall.) Wir sind frei, können machen was wir möchten, entscheiden was und wer uns glücklich macht. Wir können ganz frei nach dem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“ leben und uns an dem erfreuen, was wir bereits überwunden und geschafft haben!
Natürlich hat nicht jeder dieses Glück, aber wir müssen doch das genießen können was wir haben und uns da engagieren wo es geht, um das vielleicht auch anderen zu ermöglichen, die dieses Glück noch nicht erleben dürfen. Es bringt nichts tatenlos herumzusitzen, Angst zu haben, wütend auf alles in der Welt zu sein, aber nichts zu tun. Wenn du rastlos bist, überlege dir, wofür du dich einsetzen möchtest, helfe ehrenamtlich oder engagiere dich in bestimmten Organisationen, um vielleicht einen Beitrag für die Zukunft zu leisten.

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Von den schlimmen Sachen kann man sich nicht bestimmen lassen. Geh raus, triff dich mit Freunden, setze dich mit einem guten Buch auf den Balkon in die Sonne und träume dich in eine andere Welt, tu einfach etwas, was dich glücklich macht!
Messe dein Leben und dein Glück an den schönen und nicht an den schlechten Momenten in deinem Leben. Du hast nur das eine und das solltest du bis zum letzten Moment genießen und so glücklich sein wie es nur geht!

Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen und nach jedem Regen folgt Sonnenschein.
Ich sage mir, früher war es schön, heute ist es am schönsten und ich bin unendlich gespannt auf morgen! 🙂

Auf bald,

Elli ❤

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