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Sport mit einem halben Herzen

Sport ist gerade für chronisch Herzkranke sehr wichtig, obwohl vielen Gerüchten zu Folge sich das viele nicht (zu)trauen. Hier sollte man ganz nach der Devise, mach so viel du kannst, so viel dass du dich gut fühlst, aber übertreibe es nicht, vorgehen. Der Körper gibt einem hier meist gut vor, wie weit man gehen kann.
Ich habe in meiner Kindheit immer irgendeine Sportart gemacht. Sei es Ballett oder Reiten, ich habe alles mit Leidenschaft gemacht und so viel ich konnte, sodass ich Spaß an der Sache hatte.
Aber nach und nach habe ich jede Sportart aufgegeben. Mal war es, weil ich beim Ballett schon nach der Aufwärmübung nicht mehr so mit kam, dann hatte ich daran keinen Spaß mehr und beim Reiten habe ich zwischen Führerschein und Facharbeit keine Zeit mehr gefunden und leider nie wieder angefangen. Dass ich das Reiten aufgegeben habe bereue ich bis heute, wenn ich ehrlich bin und ich habe mir fest vorgenommen das irgendwann noch einmal anzufangen!!

Seit ich also studiere und nicht mehr bei meinen Eltern wohne mache ich eigentlich gar keinen Sport mehr, was eigentlich nicht gut ist.
Ich finde nichts, was mir wirklich Spaß macht (außerdem muss man ja auch noch den finanziellen Faktor bedenken – siehe Reiten). Vieles habe ich angefangen, (Zumba, Yoga,…) eine Weile sehr begeistert gemacht und dann doch wieder aufgehört. Bis jetzt  hatte ich noch nie die Ausdauer (Ausdauer ist hier nicht im körperlichen Sinne gemeint 😉 ) über die Anfangsphase des „nach fünf Minuten kann ich nicht mehr, also habe ich auch keine Lust mehr“ hinweg zu kommen.
Da ich und auch C aber wissen, dass es meinem Herz durchaus gut tun würde Sport zu treiben, versuchen wir so gut es geht Sport in unseren Alltag zu integrieren.  C  versucht mich immer weider zu motivieren und ab und an gemeinsam ein kleines Workout zu machen, oder ein bisschen joggen zu gehen. Da ich einen unglaublich großen Schweinehund habe, bin ich ihm dafür sehr dankbar und habe mich in den letzten Monaten auch schon sehr gesteigert. 🙂

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Während unseres letzten Besuchs auf Usedom hat mich mein Verlobter mit einem Ausflug zu einem Reiterhof und einer Reitstunde überrascht und davon wollte ich unbedingt berichten! 🙂 Hier hatte ich nach Jahren nochmal die Möglichkeit dieses Hobby auszuüben und wurde nur darin bestätigt, dass ich es lieber früher als später nochmal anfangen muss!! 🙂

Auf dem Reiterhof wurden wir sehr gut empfangen, haben direkt Putzkästen in die Hand gedrückt und ein Pferd für die Stunde zugewiesen bekommen. Wie selbstverständlich bin ich direkt in die Box und habe automatisch die einzelnen Schritte des „fertig machens“ abgearbeitet. Es hat mir so unglaublich gut getan und so viel Spaß gemacht. Ich musste gar nicht groß darüber nachdenken und kam aus dem Grinsen gar nicht mehr raus! 🙂

Da es ja eine Überraschung war, hatte ich natürlich keinerlei Reitklamotten dabei. Also stand ich früh morgens, in unpassenden Klamotten und ungeschminkt in einer Pferdebox auf Usedom und habe mich gefreut wie ein kleines Kind an Weihnachten! 🙂 ❤

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Danach ging es auch schon ans Satteln und Trensen und im Gänsemarsch raus auf den Reitplatz. Erstaunlicherweise saß ich ziemlich flott wieder im Sattel und habe mich gleich pudelwohl gefühlt. Während der Stunde habe ich dann aber schnell und mit Schrecken festgestellt, dass ich in den letzten Jahren schon so viel verlernt hatte. Es fiel mir nicht mehr so leicht, die Hacken schön nach unten zu halten, gleichzeitig die Knie und Waden am Sattel zu haben und dann noch auf die Gangart und meine Umgebung zu achten. 😀
Im Laufe der Stunde wurde ich aber immer sicherer und nach und nach hat sich mein Körper an die früher gewohnten Schritte und Abläufe erinnert.

Und meine armen Beine…das ist das einzige, was mir am Ende der Stunde noch eingefallen ist! 😀 Wenn man so lange nicht im Sattel saß, hat man definitiv noch lange danach das Gefühl auf dem Pferd zu sitzen. Drei Tage lang bin ich gegangen, wie ein Lucky Luke in seinen besten Zeiten! 😀

Während und auch nach der Stunde, genauso wie heute kann ich, wenn ich mich an die Stunde erinnere das Grinsen nicht aus meinem Gesicht verbannen. Es war so schön und C hat mich wieder daran erinnert, dass ich dieser Leidenschaft unbedingt noch einmal nachkommen muss und hoffe, dass ich bald die Möglichkeiten haben werde mir hier in der Nähe den ein oder anderen Reiterhof anzuschauen. 🙂
Schließlich ist das Ganze ja auch gut für meine Gesundheit… 😉

Auch wenn ich wohl niemals eine Leistungssportlerin werde, ist es wichtig, dass ich mehr Sport mache und ich hoffe, dass ich das nach und nach steigern kann.
Da ich aber leider (noch) keine Expertin bin, was das Thema Sport mit einem halben Herzen angeht, könnt ihr gerne mal bei Kenth vorbeischauen. Der ist was das Thema angeht definitiv bewanderter als ich! 😉

Was habt ihr vor langer Zeit aufgegeben und würdet es nun gerne wieder anfangen? 🙂

Auf bald,
Elli ❤

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