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Herzkatheter II – Tag der Voruntersuchungen

(DONNERSTAG)
Am 15.11, dem Tag vor meinem Herzkatheter hatte ich meine Voruntersuchungen und die Aufklärungsgespräche. Ein endlos langer Tag, mit vielen Wartezeiten und sogar einer kleinen Neuheit! 😛

Wir sind also morgens gegen 6:00 Uhr bei uns zu Hause los gefahren. Homburg liegt ja nicht gerade um die Ecke und wir waren gute zwei Stunden unterwegs – auf denen ich mindestens eine Stunde seelenruhig geschlafen habe! 😉

Gegen 8:00 Uhr sind wir dann vor dem Uniklinikum angekommen und ich habe mich natürlich als erstes angemeldet und stationär aufnehmen lassen. (Zwar werde ich als Erwachsene schon einen Tag vorher stationär aufgenommen, jedoch – anders als bei Kindern – bleibe ich noch nicht stationär über Nacht. Ich erledige die Untersuchungen und Gespräche sozusagen „ambulant auf der Station“ und könnte danach theoretisch bis zum nächsten Tag wieder nach Hause fahren.) Nach der Anmeldung ging es dann hoch auf die Station und ich hatte meine ersten Untersuchungen und einen Vitalcheck. Das heißt, dass Blut abgenommen wurde, (Hier werden, neben den allgemeinen Werten zum Beispiel auch meine Schilddrüsenwerte kontrolliert oder bestätigt, dass man nicht schwanger ist. Da bei einem Katheter radioaktives Kontrastmittel verwendet wird, muss eine Schwangerschaft vorab sicher ausgeschlossen werden!) Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung werden gemessen (meine Sättigung lag ausgerechnet heute nur bei 94%, obwohl ich normalerweise immer 98% habe). Außerdem werden natürlich auch die Größe und das aktuelle Gewicht gemessen. Mein Gewicht wurde diesmal auf einer Sitzwaage gemessen – fand ich total lustig! 😀 Man muss sich ja auch bei den langweiligen Voruntersuchungen über etwas freuen können!! 😀
Bei meinen Untersuchungen waren auch wieder Studenten dabei, die auch meine Herztöne anhören konnten. Auf der Kinderstation sind sie meist sehr froh, mal einen Erwachsenen anzutreffen, bei dem es einfach nicht so zappelig vor sich geht beim Abhören oder auch Blut abnehmen. 😉
Ansonsten wurden nur noch stationäre Sachen, wie dem Essensplan, Allergien und sowas geklärt, sodass wir mit dem Teil schon gegen 10:00 Uhr durch waren.

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Cs Aussicht während der Voruntersuchung 😉

Dann hieß es, dass wir bis circa 14:00 Uhr „Freizeit“ hätten und im Anschluss die letzten Aufklärungsgespräche mit dem Arzt geführt werden würden.
Also haben wir uns gemütlich auf den Weg in die Homburger Innenstadt gemacht – Innenstadt ist ein großes Wort, hier war es eher ein kleiner Marktplatz mit ein paar abgrenzenden Straßen. Das wars! 😀 Dort sind wir auf jeden Fall ein bisschen rumgelaufen, waren in ein paar Geschäften und haben uns so, mehr oder weniger erfolgreich, versucht die Zeit vertreiben.

Wie angekündigt waren wir dann gegen 14:00 Uhr wieder zurück auf der Station und haben uns wieder ins Wartezimmer gesetzt. Leider haben die Schwestern vergessen, dass der Arzt, der mich aufklären sollte, von 14:00 – 16:00 Uhr noch eine Vorlesung gehalten hat und hatten uns darüber auch leider nicht informiert, sodass wir im Endeffekt bis nach 17:00 Uhr warten mussten…
Na gut, nervt halt, aber im Endeffekt nur halb so schlimm. Der Arzt kennt mich noch von diversen anderen Besuchen und Kathetern, sodass es dann ein super lockeres und entspanntes Gespräch war und wir zuerst ein bisschen über Privates gequatscht haben. 🙂
Dann wurde ich natürlich über diverse Risiken, die beim Herzkatheter bestehen, wie Verletzungen am Herzen, Rhythmusstörungen, plötzlich auftretende Allergien usw, aufgeklärt. Wir haben besprochen was genau gemacht wird und auch wieder dabei vorgegangen wird und welche Dinge, nur eventuell gemacht werden müssen. Darunter zählen zum Beispiel, dass gewisse Undichtigkeiten verschlossen werden müssen, falls solchen eben vorhanden sein sollten. Das wird aber dann erst morgen spontan und „vor Ort“ geschaut. Ansonsten werden hauptsächliche Drücke und Blutflüsse, sowie die Stabilität und Weite von Venen und Arterien gemessen. Außerdem wird der Lungendruck kontrolliert, da dieser auch Auswirkungen auf die Pumpleistung des Herzens hat. Aufrund meines Allgemeinheitszustandes war Dr. P aber super entspannt und konnte auch C die Anspannung und Aufregung nehmen.
Wie ich schon in meinem ersten Katheter-Beitrag geschrieben habe, wurden bei mir die Katheter immer unter Sedation durchgeführt. Bei Kindern macht man das immer mit Sedation, einfach aus dem Grund, weil sie ja nicht eine so lange Zeit wirklich still liegen würden. Bei Erwachsenen jedoch, werden Katheter eigentlich immer ohne Sedation durchgeführt. In meinem Fall – und eigentlich bei den meisten EMHAs (Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern) – war es die letzten zwei Male also eigentlich nur „Gewohnheit“, dass wir es auch mit Sedation gemacht haben.
Dieses Mal wurde ich jedoch gefragt, ob ich beim Katheter wach bleiben, oder doch lieber sediert werden möchte. Ich war zunächst ein bisschen überrumpelt, wusste gar nicht, dass das überhaupt möglich ist. Persönlich habe ich aber keine Angst oder Bammel mehr vor solchen kleinen Eingriffen und habe gesagt, dass mir das eigentlich egal ist. Dr. P meinte, dass durch das Wegfallen der Sedation viel weniger Risiken bestehen würden, außerdem könnte ich dann alles genau über den Bildschirm verfolgen und wir könnten uns ein wenig unterhalten. Und falls es mir doch nicht ganz wohl ist, ich unerwarteter Weise zu große Schmerzen haben sollte, bestehe immernoch die Möglichkeit mich im OP zu sedieren. Also haben wir dann gemeinsam beschlossen, dass ich am nächsten Tag meinen ersten Herzkatheter im wachen Zustand machen werde. Super spannend!! 🙂

Dann haben wir nur noch geklärt, wann ich am nächsten Morgen auf der Station sein soll und C und ich haben uns auf den Weg zu unserer Unterkunft gemacht. Da ich ja am nächsten Morgen nüchtern sein muss, waren wir noch beim All you can eat und sind dann auch relativ früh ins Bett gegangen. Die ganze Warterei, die Untersuchungen und Gespräche machen dann doch immer ziemlich müde. 🙂

>> Herzkatheter I

>> III – OP-Tag

 

 

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4 Kommentare zu „Herzkatheter II – Tag der Voruntersuchungen

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