Allgemein · Herzgeschichten

Herzkatheter V – Die Tage nach der OP

Manchmal kommt es wirklich anders als man denkt….

SONNTAG
Die erste Nacht zu Hause war herrlich! Ich habe geschlafen, wie ein Stein. Hatte keine Schmerzen und habe fast 12 Stunden durchgeschlafen! 😀
Beim Aufstehen, hatte ich zwar schon noch Schmerzen, aber schon weniger und bin noch fleißig durch die Gegend gehumpelt. Ich hatte es sogar geschafft, mein Bein, aka toter Fisch, alleine aus dem Bett und wieder hoch aufs Sofa zu hieven! 😉 Vor lauter Euphorie habe ich dann angefangen Wäsche abzuhängen und das Frühstück vorzubereiten. Das war dann aber schnell doch ein bisschen zu viel und ich habe mir dann lieber von C helfen lassen.

Im Liegen hatte ich kaum noch Schmerzen, sodass ich mich dann sogar getraut habe in die Dusche zu…wie nennt man das jetzt nett…kriechen?! 😀 Endlich das Krankenhaus abwaschen! Es war zwar ziemlich  kompliziert und auch etwas schmerzhaft das Katheterbein richtig zu positionieren, vor allem weil ich noch nicht so viel Kraft darin hatte, aber mit der Hilfe von C kam ich dann endlich nach Blumen und nicht mehr nach Desinfektionsmittel riechend aus der Dusche. 😉
Nachmittags kam dann meine beste Freundin vorbei und wir haben zu dritt Gesellschaftsspiele gespielt und gepuzzelt. (Ja, ich liebe Puzzle!! 😀 ) Die Abwechslung tat mir wirklich gut und hatte am Ende des Tages wirklich das Gefühl, einen großen Fortschritt von Samstag auf Sonntag gemacht zu haben. 🙂

MONTAG
Am nächsten Tag gab es dann leider keine so große Verbesserung. Ich musste immernoch Schmerzmittel nehmen, war humpelig unterwegs und gegen Nachmittag wurden die Schmerzen dann auch noch ein bisschen schlimmer. Wer mich kennt weiß, dass ich keine Person bin, die lange still sitzen kann, weshalb ich dann wirklich bisschen frustriert war und so hibbelig unzufrieden. Am liebsten habe ich es, wenn alles SOFORT so klappt wie ich mir das vorstelle….

btrDONNERSTAG
Die Woche über wurden die Schmerzen dann leider auch nicht besser. Im Gegenteil – es wurde eher schlimmer. Ich konnte mein Bein mittlerweile gar nicht mehr strecken oder belasten. (Es war fast dauerhaft in einem 45 Grad Winkel…) Zudem war das der erste Tag nach der OP an dem C wieder arbeiten war, sodass ich eigentlich den ganzen Tag auf dem Sofa festgesessen habe. Nachmittags habe ich dann auch in der Kinderkardiologie in Homburg, bzw auf der Station angerufen und wollte mal bei einem Arzt nachhören, ob es normal ist, dass die Schmerzen so lange andauern und ich das Bein noch nicht belasten kann. Das kannte ich von den früheren Kathetern einfach nicht und wollte dann doch auf Nummer sicher gehen. Der Arzt meinte dann aber, dass das durchaus mal sein kann, dass ich mich aber doch mal durchchecken lassen sollte, wenn es gar nicht besser wird.
An dem Tag hat C mir dann auch meine Krücken, von meiner alten Beinverletzung aus dem Keller geholt, da ich ohne wirklich gar nicht mehr von der Stelle kam…

FREITAG
Eine Woche nach dem Katheter hatte C seine Abschlussfeier. Er hat neben der Arbeit noch einen Master gemacht, den er mittlerweile erfolgreich und sehr gut bestanden hat. Bei der Planung bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass es mir bis dahin wieder recht gut geht, dass ich zumindest wieder normal, mit vielleicht leichten Schmerzen, laufen kann.
Super Timing natürlich, dass ich mich quasi gar nicht bewegen konnte und nur auf Krücken voran kam. (Gut auch, dass ich mir extra schöne hohe Schuhe und ein schönes Kleid bestellt hatte…) Mich hätten natürlich keine 10 Pferde davon abhalten können, an diesem Tag dabei zu sein, weshalb ich an dem Tag meine mögliche Ration an Schmerztabletten mehr als ausgereizt habe und auf Krücken mitgekommen bin.
Im Nachhinein war das wahrscheinlich alles ein bisschen sehr viel, aber das war es mir wert!!

SAMSTAG
Dementsprechend ging es mir aber am nächsten Tag! 😀
Zu meinen schon bestehenden Schmerzen im rechten Bein hatte ich dann noch den absoluten Muskelkater im linken Bein und in meinen Armen! (Ja, das Laufen/Hüpfen/Dahinkriechen auf Krücken ist muskelmäßig nicht zu unterschätzen!!!)

MONTAG
Da es nichtmal minimal besser geworden ist, war ich langsam wirklich am Verzweifeln. Ich hatte so große Schmerzen, dass mit manchmal einfach die Tränen gelaufen sind, (ähnlich, wie beim Augebrauen zupfen, da kann man auch nichts gegen diese Krokodilstränen machen 😉 ) weil die Schmerzen wirklich immer unerträglicher geworden sind.
Also habe ich gleich morgens bei meiner Hausärztin angerufen, weil ich mir langsam doch unsicher war und das gerne abgeklärt haben wollte. Ich konnte dann zwei Stunden später zum Glück auch direkt zu ihr gehen und sie hat dann mein Bein geschallt. Dabei konnte sie zum Glück Aneurysma Fisteln, Thrombosen und sowas ausschließen. Trotzdem war sie ziemlich unsicher und meinte, dass ich mich, wenn es noch so bleibt die nächsten Tage dringend in der Kinderkardiologie in Frankfurt vorstellen sollte. Bis dahin wurde ich dann erstmal mit stärkeren Schmerzmitteln ausgestattet.

>> Herzkatheter IV – 1. Tag nach der OP

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