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Herzkatheter VI – Zurück ins Krankenhaus

MITTWOCH
Also habe ich mich zwei Tage später in der Kinderkardiologie vorgestellt. Der Katheter war mittlerweile schließlich eineinhalb Wochen her und langsam habe ich mir schon Sorgen gemacht, was da wohl sein könnte. Mein Kinderkardio hat mein Bein dann auch noch einmal geschallt und meine Reflexe getestet, die alle gut ausgefallen sind. Im Endeffekt war er aber auch total Ratlos und verunsichert und hat mich dann im Rollstuhl (war das eine Erleichterung zu den Krücken!!)  in die Notaufnahme geschickt.
Ja, super. 😀

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Endlich Schmerzmittel

Naja gut, ich habe dort dann erstmal einen Zugang gelegt bekommen und konnte einem anderen Arzt die ganze Misere nochmal erzählen. Dieser hat dann natürlich auch nochmal einen Ultraschall gemacht und ich wurde recht schnell zum Röntgen ins CT geschickt. Hier wurde dann mit Kontrastmittel nach retriperitonealen Hämatomen geschaut. Das sind Blutergüsse, die quasi nach innen bluten und nicht von außen zu sehen sind. Diese können dann von innen auf Muskeln oder Nerven drücken und diese im schlimmsten Fall dauerhaft schädigen.
Nach dem CT wurde ich dann über meinen Zugang endlich mit Schmerzmitteln versorgt – ich hatte nämlich seit dem Morgen vor lauter lauter nichts mehr eingenommen.
Bei dem CT kam dann raus, dass ich zwar schon so einen inneren Bluterguss habe, dieser aber EIGENTLICH nicht so groß ist, dass der solche Schmerzen auslöst. Sie wollten aber noch weitere Untersuchungen machen und mir wurde dann freigestellt, ob ich mich jetzt aufnehmen lasse, oder zu Hause schlafe und dann morgens zur Kardio-Angio-Ambulanz kommen will. Da sie meinten, dass es keinen Unterschied macht, habe ich mich natürlich für mein Bett entschieden.

DONNERSTAG
Um kurz nach 8:00 Uhr standen wir also vor der Ambulanz und wurden dort aufgenommen. Hier wurde dann zunächst in der Angiologie geschaut, ob meine Gefäße gut durchblutet und sonst auch in Ordnung sind, was natürlich der Fall war. Dann wurde beschlossen, dass sie mich doch lieber stationär aufnehmen wollen, weil sie sich echt nicht sicher waren, ob meine Nerven im Bein geschädigt sind oder ähnliches. Ganz schönes Hin und Her…Das sollte dann die Tage durch neurologische Untersuchungen und ein MRT geklärt werden. Also habe ich mich mit C auf den Weg zur Kardiologie gemacht. Da auf der Kinderkardiologie leider kein Platz mehr frei war, lag ich dann zum ersten Mal in meinem Leben auf der „normalen“, „erwachsenen“ Kardio! 😉
(Hier muss ich sagen, dass ich die Kinderkardiologie wirklich lieber mag. Ich meine , wer hat schon was gegen niedliche Tiere an den Wänden, anstatt gruselige alte Männer, die nur im OP-Hemdchen den Flur auf und ab laufen?! 😉 )
Zimmertechnisch hatte ich hier (erstmal) Glück, da ich alleine auf einem Zweierzimmer lag. YAY! 🙂

btrhdr
Mein „wie sieht man am behindertsten aus“-Paket

FREITAG
Um 02:30 Uhr ging bei mir im Zimmer auf einmal die Vollraumbeleuchtung an und ich bekam dann doch noch eine Zimmernachbarin aus der Notaufnahme.
Nachdem am tag davor nichts mehr passiert ist und ich eigentlich nur gewartet und nichts getan habe, wurde ich dann morgens nach dem Frühstück von einem Transport abgeholt und in die nahe liegende Neurologie gefahren. Zu dem Zeitpunkt war meine größte Sorge noch, dass ich mit dem „wie sehe ich am behindertsten aus“-Paket auf einer Liege durch das halbe Krankenhaus kutschiert wurde. Es ging dann mit einem Krankentransport weiter, bei dem ich einen absoluten Lachanfall bekommen habe, weil ich die Situation einfach so seltsam fand! 😀 Der Krankenhausangestellte hat sicher gedacht ich muss in der Neurologie auf Anomalien im Hirn untersucht werden! 😀
Dort angekommen wurde ich ziemlich schnell von einem Arzt aufgerufen, der mich dann komplett neurologisch untersucht hat. Dabei wurde gefühlt alle möglichen Reflexe getestet, welche auch alle sehr gut waren. Aufgrund der CT Befunde meinte er dann, dass er ziemlich sicher davon ausgeht, dass mein Problem doch so ein retroperitoneales Hämatom ist. Auch wenn das im CT so klein ist, ging er davon aus, dass es einfach an einem extrem empfindlichen Nervenzweig liegt und diese Schmerzen und die Unbeweglichkeit durch die angewinkelte Schonhaltung verursacht.

btrhdr
Los geht die witzige Fahrt

Um aber sicherzugehen, dass meine Nerven keinen Schaden bekommen haben, wollte er das mit Hilfe von einem Elektrotest machen. Er hat mich dann gleich mal gewarnt, dass das wahrscheinlich ein bisschen wehtun würde, weil das dafür sorgen würde, dass sich mein Bein, welches ich eigentlich vor Schmerzen nicht bewegen kann, unkontrolliert bewegen wird.
Tja, da hat der Gute aber sowas von maßlos untertrieben!!!!!
Es wurden dann so Elektroden an meinem Bein angebracht, mein Puls in der Leiste gesucht und von da aus wurden dann Elektroschocks durch mein Bein gejagt, die den Nerv eben reizen, sodass man messen konnte, ob bei dem halt alles gut ist. Also hat sich mein schmerzhaftes Bein unkontrolliert hin und her bewegt und mit der Zeit hat mein ganzer Körper vor Schmerzen gezittert. Ja, es war so schlimm, wie es sich anhört. Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nicht so ganz über diese Untersuchung hinweg bin, weil ich mich nicht dran erinnern kann, wann ich das letzte Mal solche Schmerzen hatte.
Aber als ob das nicht schon genug gewesen wäre, wurde dann noch mein Muskel kontrolliert, indem mit einer circa Zeigefinger langen Nadel in den Muskel gestochen wurde (ohne Betäubung versteht sich) und während dann diese Nadel im Muskel aufgefächert wurde, musste ich versuchen mein Bein, was ich  nicht bewegen konnte, zu bewegen, sodass man messen konnte ob der Muskel okay ist. Zu Beginn war meine größte Angst hierbei ja noch, dass ich laut schreie, aber im Endeffekt habe ich da gelegen wie so ein Kleinkind, dem einfach nur die Tränen gelaufen sind.
Naja, irgendwann war es dann überstanden und der Arzt hat festgestellt, dass meine Nerven alle in Ordnung sind und es sich wirklich „nur“ um ein blöd gelegenes, kleines retroperitoneales Hämatom handelt.
Das war irgendwie gut, aber auch doof. Ich hatte zwar eine Diagnose, es ist nichts super Schlimmes in dem Sinne, aber mehr als warten und versuchen es immer weiter zu belasten kann man da leider nicht machen. Daher wurde ich dann abends (zum Glück) wieder entlassen. (Ich hatte ja schon Angst, das Wochenende stationär zu verbringen. Da passiert dann nämlich meist gar nichts und ich hätte nur blöd da gesessen und gewartet…)

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2 Kommentare zu „Herzkatheter VI – Zurück ins Krankenhaus

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